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Sauna
Badehaus

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Der Thermenbau...
war kein leichtes Unterfangen. Kleine Badestuben konnte man noch leicht in die Stadtstruktur integrieren, große Thermen bereiteten hingegen einige Probleme. Bauplatz war knapp, im Zentrum oder in bevorzugten Stadtlagen kaum zu bekommen. Da die Badeanstalten günstig liegen und dazu repräsentativ wirken sollten, wurden neue Gebäude in jede freie Lücke hineingequetscht.

Zum Platzproblem gesellte sich ein zweites: Wie an Wasser kommen? Mit Hilfe vieler riesiger Aquädukte gelang es findigen Ingenieuren, Wasser im Überfluss nach Rom zu leiten. Ausgeklügelte Zentralheizungen versorgten die Bäder mit heißer Luft.

Die so genannten Hypokausten heizten die Räume von unten. Der Boden der Therme wurde auf Stützen aus Backsteinen gebaut, so dass ein Hohlraum darunter entstand. Tonröhren und Luftkanäle leiteten die heiße Luft, die in einem zentralen Ofen erzeugt wurde, in die Räume.

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Die Thermen des Agrippa
Marcus Vipsanius Agrippa (63 v. Chr. bis 12 v. Chr.), römischer Feldherr und Politiker, errichtete auf dem Marsfeld in Rom die erste große Thermenanlage. Im Jahr 25 v. Chr. wurde mit dem Bau des Badehauses begonnen, etwa sechs Jahre später öffneten sich die Tore für Besucher.

Aggrippas Thermen unterschieden sich sowohl in der Bauweise als auch in der Funktion erheblich von den bis dahin üblichen Bädern, von denen es damals bereits 170 allein in Rom gab. Neu war der überkuppelte Zentralbau und neu waren auch die erweiterten Angebote: Besucher konnten nicht nur die Bäder nutzen, sie hatten zudem die Möglichkeit, zu ringen, zu turnen und andere Sportarten zu betreiben. Außerdem gab es Räume für Gespräche und sogar Räume für den Unterricht.

Zwischen den vielen möglichen Aktivitäten ging es natürlich auch ins heilende Wasser: Neben Warmwasserbädern gab es in den Thermen ein großes Freiluftbadebecken (natatio). Um immer mit genügend Wasser versorgt zu sein, ließ Agrippa sogar eine eigene Wasserleitung errichten, die Aqua Virgo. Das gebrauchte Wasser der Bäder wurde in den Tiber geleitet. In seinem Testament legte Agrippa die kostenlose Nutzung der Thermen fest.