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Mätressen

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Anna Constantia von Cosel
So steil wie ihr Aufstieg war auch ihr Fall: Neun Jahre lang ist Gräfin Cosel die Mätresse von August dem Starken. 1680 auf dem holsteinischen Gut Depenau geboren, gelangt die aus altem Landadel stammende Anna Constantia 1703 an der Seite ihres Ehemannes, einem Minister des sächsischen Kurfürsten, an den Dresdner Hof. Im Sturm erobert sie das Herz Augusts. Die Cosel ist schlagfertig, schön, und sie begeistert sich für Reiten, Fechten und Jagen - eine Frau ganz im Sinne Augusts.

Doch die Mätresse fordert Sicherheiten: In einem heimlich geschlossenen Ehevertrag wird neben einer jährlichen Pension Augusts Versprechen festgehalten, die - zu diesem Zeitpunkt bereits geschiedene - Gräfin Cosel nach dem Tod seiner Gemahlin zu heiraten und offiziell als Kurfürstin anzuerkennen. Dazu erhält sie das Taschenbergpalais und Schloss Pillnitz, wo sie repräsentativ Hof hält.

Für ihren scharfen Verstand bekannt, versucht die Cosel, den Kurfürsten auch in politischen Fragen zu beeinflussen. Dessen Polenpolitik, die sie für falsch hält, wird ihr schließlich zum Verhängnis: Um sich enger an das Land zu binden, legt sich August eine polnische Mätresse zu. Es kommt zum Bruch mit dem Kurfürsten, der die Cosel auffordert, das schriftliche Heiratsversprechen herauszugeben. Sie weigert sich und flieht 1715 nach Berlin. Doch der preußische König liefert sie an Sachsen aus. Vom Dresdner Hofe verbannt, verbringt die Cosel ihr weiteres Leben in Festungshaft und stirbt 1765 mit 85 Jahren auf Burg Stolpen.