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Mätressen

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August der Starke
Mit nur 24 Jahren besteigt Friedrich August (1670-1733), der zweitgeborene Sohn von Johann Georg III. und seiner Frau Anna Sophie von Dänemark und Norwegen, 1694 unerwartet den kursächsischen Thron. Damit beginnt das Augusteische Zeitalter, in dem Sachsen eine außerordentliche kulturelle und wirtschaftliche Blüte erlebte.

Mehr als zwanzig Manufakturen entstehen in der Regierungszeit Friedrich Augusts, unter anderem für Tuche, Spiegel, Gewehre und Tapeten. Außerdem verwandelt sich Dresden, bedingt durch die Bauwut und die Sammelleidenschaft des Kurfürsten, in eine prunkvolle Barockstadt. Die Bezeichnung Elbflorenz findet hier ihren Ursprung.

Der Beiname "der Starke" bezieht sich auf die körperliche Kraft des Monarchen. So soll er Hufeisen mit den bloßen Händen zerbrochen haben. Verheiratet ist Friedrich August mit Christiane Eberhardine, Prinzessin von Brandenburg-Bayreuth (1671-1727). Als der Kurfürst aber 1697 zum König von Polen ernannt wird, wofür er im Vorfeld den katholischen Glauben angenommen hat, zieht sich seine protestantisch gebliebene Gattin auf Schloss Pretzsch an der Elbe zurück.

Wohl auch wegen Augusts Hang zu Mätressen, unter denen die bekannteste die Gräfin von Cosel ist: Insgesamt 354 Kinder soll August gezeugt haben, offiziell anerkannt sind jedoch weitaus weniger. Im Alter von 62 Jahren stirbt August der Starke, Kurfürst von Sachsen, an einem Schwächeanfall.